06:30 am Bahnhof Desamparados in Lima. Von dort fährt 2x im Monat ein ‚Touristenzug‘ von Lima ins Hochland östlich von Lima, nach Huayanco, welches auf knapp 3300 hm liegt. Der Ort an sich ist m. E. nicht interessant, aber man kommt hierher, wenn man einfach nur diese Zugfahrt unternehmen möchte. Normalerweise fahren hier Güterzüge, da die Strecke durch die wichtigsten Minengebiete Perus führt, wo Zink, Selen, Kupfer und weitere Materialien abgebaut werden in unfassbar riesigen Minen. Das Zugprojekt wurde 1870 gestartet und von peruanischen, chilenischen und chinesischen Arbeitern unter der Leitung eines polnischen Ingenieurs und eines amerikanischen Konstrukteurs im Jahr 1908 fertiggestellt.
Gesamtlänge: 332 km. 69 Tunnel, 58 Brücken, 6 Gleiswechsel im Zickzackverfahren. Der Zug fährt von Lima, 160 m über Meeresspiegel, bis auf den höchsten Punkt in Galera, 4781 hm, um dann wieder abzusteigen und in Huayanco auf 3300 zu enden. Dauer ca. 10-12 Stunden.
Nicht, dass ich ein Zugfetischist bin, aber das ist schon irre. Die Zugstrecke ist die höchste von ganz Amerika und die zweithöchste der Welt.
Am Bahnhof war großer Bahnhof. Die National Bigband von Peru hat mit Blasmusik (@Claire: Oumpahband) die Zuggäste empfangen (viele südamerikanische aussehende Gäste) Stimmung gemacht und eine Tanztruppe hat in nationaler Tracht Tänze aufgeführt. Ganz schön hot, muss ich sagen, die Mädels, und das schon in der Früh um 06:30 mit noch geschwächter Konstitution;-)
Dann ging es ab in den Zug. Sehr komfortabler Sitz mit Liegefunktion, kein Nachbar, Panoramafenster, Catering, Zugbar und Tanzfläche in der Bar, wo insgesamt vier Perforrmances während der gesamten Zugfahrt stattfanden.
Während viele Menschennschon bald einschliefen, konnte ich mich nicht satt sehen.Vorsichtshalber hatte ich etwas gegen die Höhenkrankeit genommen, denn ich war eben nicht ganz fit und wollte größere Probleme vermeiden. Außerdem gab es Mate de Cocatee zu kaufen und ich habe meine kleine Thermoskanne regelmäßig damit auffüllen lassen, sowie bestimmt noch 3 ltr. Wasser getrunken. Ich habe leichte Kopfschmerzen ab ca 3000 cm bekommen, später noch etwas Druck und mein Puls hat sich um ein paar Punkte erhöht, aber insgesamt alles moderat, so dass ich am höchsten Punkt auf 4781 hm auch aus dem Zug steigen konnte und fotografieren. Aussteigen, ein paar Meter schleichend gehen, einsteigen und dann erst mal durchschnaufen. Mehr geht zunächst nicht mehr auf dieser Höhe, wenn man nicht super langsam dort hinauf geht.
Und jetzt lasse ich die Fotos sprechen.


































