Mittlerweile bin ich seit vorgestern wieder zurück in Cusco. Ich habe es diesmal vieeel billiger als auf der Hinfahrt (nach Aguas Calientes über Ollantaytambo) hinbekommen . Ich habe mir in Ollantaytambo auf der Plaza einen Sitz im Minibus für 10 Soles nach Cusco geschnappt. Bin einfach auf die Plaza, schon war der Minibus da. 2,70 Euro für eine Fahrt von 1,5h. Die Halsabschneider von Reiseveranstaltern in Cusco verlangen fast 60 USD bis Ollanta, verkaufen das als beste Lösung. Für Touristen. Wenn man sich nicht zutraut, die lokalen (und durchaus guten) Minibusse zu finden und zu nutzen, die andauernd fahren. Einfach hingehen, 3 Minuten warten, der nächste Bus ist da. Die Fahrzeuge sind in gutem Zustand, meist Mercedes oder VW Kastenwägen, nur mit Plätzen für ca 20 Personen. Und mehr fahren auch nicht mit, keiner steht o.ä. Die Haltestellen findet man auch schnell. Durchfragen und go. Man ist hier mega hilfsbereit.
Dann, gestern, saß ich bereits wieder in Ollantaytambo, wo ich mich schon drei Tage aufgehalten hatte. Leider sind dort schon alle Touroperators im Low season Winterschlaf, so dass ich nicht, wie erhofft, meine vorher eausgeuchten Ausflüge buchen konnte. Dies gelang mir dann aber vorgestern ohne Probleme in Cusco, da ist einfach eine große touristische Infrastruktur. So biss ich gestern in den sauren Apfel und nahm auf der Tour durch das wunderschöne Heilige Tal Ollanta nochmal mit. Während die anderen Tourteilnehmer die Fortaleza besichtigen, die ich vor 3 Tagen gemacht habe, saß ich im Café des Choco-Museo und habe mir den saueren Apfel mit einem ‚Conquistador‘ – heiße Schokolade mit Zimt und Nelken – versüßt, frische, vor Ort aus Cacao-Bohnen erzeugte Schokolade..yummie




Die drei Tage in Ollanta waren sehr gemütlich, ich habe einfach langsam gemacht und versucht, mein Knie bzw. mehr mein Fußgelenk wieder zu stabilisieren. Dennoch bin ich viel gelaufen. Ein Highlight war der Besuch der Salzterrassen von Maras. Hier wird das Wasser aus den Bergen in Kanäle geleitet, die das Wasser in die Terrassen bringt und das Salz auswäscht. Da es die letzten Tage geregnet hatte, sind die Wasserfelder im Augenblick rötlichbraun von der Erde.


Auf den Fotos mag das nicht so gut rauskommen, aber ich denke, der Anblick ist spektakulär. Normalerweise besichtigt man die Salzterrassen innerhalb einer dieser Touren, die man in den Reisebüros in Cusco buchen kann. Und ich dachte, ich könne das eben auch in Ollanta buchen. Was nicht ging. Was ich oben schon beschrieben habe.So bin ich zum kleinen Markt und Bahnhof in Ollanta gewackelt, und habe geschaut, wie ich mit den Öffis, also Collectivos da hinkomme. Sofort hat mich ein Taxifahrer angesprochen, der mich für teuer Geld als Privatchauffeur dort hinbringe wollte, angeblich sei das nicht anders möglich.
Da tauchten Laura und Juan aus Kolumbien auf, beide mit ihren großen Reiserucksäcken, die auch nach Maras zu den Salzterrassen wollten. Kolumbianer sprechen Spanisch! Und können daher besser mit Taxifahrern und anderen sprechen und herausfinden, wie man es etwas günstiger organisieren kann. Laura zwinkerte mir zu, machte eine einladende Handbewegung rein in das Collectivo nach Urubamba zum nächsten größeren Ort, nach Urubamba. Eine Fahrt mit dem Collectivo kostet 1 Sol, also ganze 0,27 Euro. Hier kann man in Peru einen Haufen Geld sparen. Und somit waren wir eine Fahrgemeinschaft. In Urubamba nahmen wir uns ein Taxi zu den Salzterrassen (ca 25 min Fahrt, die Collectivos fahren dort nicht hin) für dan pro Person 50 (!) Soles, und hatten rausgefunden, dass wir von da wieder zurücklaufen konnten über einen Pfad entlang der Salzterrassen. Dieser Weg sollte nur 25 Minuten dauern. Was richtig war. Aber der Pfad kam unten nicht im Ort an, sondern 4 km entfernt davon. Also liefen wir, die beiden mit ihren großen Rucksäcken, und zu stolz, ein Colletivo an der Straße anzuhalten, nochmal ca 1h und 15 min zurück in den Ort. Dort sind wir dann erst mal zusammen in einem Café gelandet, bevor sich unsere Wege wieder trennten. Ich zurück, und die beiden weiter Richtung Puno und Titicacaee.
Schön war halt, dass wir uns ganz gut verständigen konnten, die beiden sprachen ein wenig Englisch und so haben wir uns rege unterhalten. Sie Ärztin, er Schauspieler für darstellende Kunst. Ein gemeinsames Kind, ein adoptierte ausersterVerbindungvon Laura. Sie 32, er 28. Sie arbeitet, er kümmert sich um die Kinder. Sie leben in Bogota und haben mir sehr ans Herz gelegt, ihr wunderschönes Land zu besuchen. Wir sind noch immer im Kontakt, sie lassen mich täglich wissen, wo sie gerade sind. Die waren einfach superlieb, die beiden. Sie haben es jetzt doch innerhalb von 3 Tagen bis nach La Paz in Boliven geschafft und sind schon wieder auf dem Rückweg nach Peru. Irre. Aber sie haben auch nicht soviel Zeit, sie wollen am 19.12. Wieder zurück in Bogota sein.
Angeblich hat sich die Situation in Bolivien beruhigt, ich halte aber an meiner Entscheidung fest. Ich glaube, es würde mir auch zuviel. Und Chile/Patagonien liegt mir mehr am Herzen im Moment.
Dann traf ich in Ollanta noch das Deutsche Paar aus Köln, ca. mein Alter, die für ein Jahr auf Weltreise sind. Sie haben in Peru genau die gleiche Route wie ich vor, und dann ebenfalls Richtung Chile. Mal sehen, wo man sich wieder trifft.
Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie leicht man auf Reisen in Kontakt kommt. Ich muss sagen, dass es mir manchmal schon nicht so gut gefällt, immer alleine zu sein, vor allem auch dann beim Essen. Tagsüber geht es, abends isses manchmal nicht so schön, ins Handy zu glotzen beim Essen, während andere sich unterhalten. Allerdings hat sich mein Tagesablauf so eingependelt, dass ich meist am frühen Nachmittag ein spätes Mittagessen einnehme, und abends gegen 18:00 Uhr nochmal eine Kleinigkeit wie eine Suppe.
