TAG 9 und 10 Lima – Huancayo

Hola aus Huancayo!
Ich bin wieder da. Auch physisch. Leider stellte sich in der letzten Nacht in Trujillo dann doch das ein, was ich natürlich genau zu diesem Zeitpunkt nicht gebrauchen konnte, da am nächsten Tag der Flug nach Lima ging und tags drauf, also gestern, am 31.10.19, die Zugfahrt nach Huancayo geplant war.
Bauchkrämpfe und viele Besuche des Badezimmers in der Nacht, Schlafvolumen minimal. Irgendwas war also nicht gut, was ich gegessen hatte, aber es blieb mir wenigstens erspart, rückwärts zu essen. Bis auf Weniges hatte ich gottseidank schon gepackt, dennoch blieb es mir in der Früh natürlich nicht erspart, den Rest zu packen. Normalerweise keine Angelegenheit, über die man spricht. Aber mit plötzlich auftretenden Schweißausbrüchen eine Herausforderung. So musste ich mich nach dem packen nochmal 5 Minuten hinlegen, ich hätte nicht zum Frühstück gehen können. Ja genau, Frühstück, ich musste mich zwingen, wenigstens einen schwarzen Tee zu trinken und eine Scheibe Toast mit Banane zu essen. Eine Tasse Tee also. Am Vortag konnte man das heiße Wasser aus so einem großen Gastronomiethermosgefäß per Knopfdruck rauslassen. Kochend heiß war es eh nicht, aber das nimmt man in Kauf in der Hoffnung, das es vorher mal gekocht war, nicht wahr? Leider hatte das Ding geleckt, und die Señora aus der Küche kam mit einer Tasse und einem Topf, um den Deckel zu öffnen, um mit dieser Tasse scheinbar überflüssiges Wasser zu entfernen und schloss den De kel wieder für den allgemeinen weiteren Verbrauch. Da dachte ich: no way, ich will frisches gekochtes Wasser für meinen Tee, zumindest heute. Was zu einer kleinen Odysee wurde. Der Kellner nahm eine Tasse mit in die Küche und kam mit dieser gefüllt zurück. Leider gab es auch keine Teebeutel mehr, also schickte ich ihn Teebeutel holen. Als er zurück war und mir drei brachte (der Tee ist so schwach, dass für eine Tasse 2 Beutel nötig sind) stellte ich fest, dass das Wasser lauwarm war. Ich dachte, ich hätte kochend heiß gesagt, hierviendo caliente… ich hasse Sprachen…;-)… zumal es die Tage vorher geklappt hatte, daß sie mir meine Thermosflasche mit eben diesem agua hirviendo caliente gefüllt hatten, extra. Also schickte ich ihn ein weiteres Mal, dann war das Wasser vielleicht 89 Grad warm.. ich dachte nur: nix wie weg! Die Brühe habe ich aber noch getrunken, ich brauchte was Warmes für die Durchfalltabletten. Normalerweise nehme ich ja keine Medikamente, aber diesmal war es doch angezeigt, denn ich hatte diesen Flug vor mir.
Ich war natürlich viel zu früh am Flughafen und konnte noch nicht einchecken. Da suchte ich mir ein Plätzchen, um dann wie ein Schluck Wasser in der Kurve zu warten, bis die Schlange am Counter dann nach Beginn des Check-Ins klein genug war, um mich hinstellen zu können.

Alles ging physisch dann erstaunlich gut, außer das ich am Flughafen in Lima dann einfach keine Nerven hatte, mit dem Taxifahrer zu verhandeln, so das ich vermutlich zum Preis seiner Limousine zum Hotel gefahren bin.

Und das, dieses Hotel, ist genau die Verkörperung des Alptraums gewesen, der mich vor Abreise gequält hatte. Ich bin aber selbst Schuld, weil ich der Empfehlung eines jungen, mir unbekannten Mannes aus dem Internet gefolgt war und dieses Hotel wegen der Nähe zur Zugstation für den nächsten Tag aufgrund der besten Lage in Frage kam. Und schließlich musste ich um 06:30 am Bahnhof sein. Das Hotel ist ein Alter Palazzo, muss in den Jahren der Errichtung grandios gewesen sein, es gibt noch schöne alte Möbel im Treppenhaus, welches gleichzeitig der Innenhof ist, riesige Gemälde an den Wänden, opulenten Stuck und Dekoration, fast geschmackvoll. Mein Zimmer im Erdgeschoß wurde mir zugewiesen. Ich ging rein. Und wieder raus, direkt zur Rezeption. Es roch nach Petrol. Das Zimmer, ca. 4 m hoch, war quasi ein Teil des Flures, nur durch eine ca. 3m hohe Holztür abgetrennt, darüber Holzgitter statt Fenster, das Bad lag im hinteren Teil, aber schon auch mit Tür. Ich bat um ein anderes Zimmer, weiter oben, sagte, ich sei krank (man sprach Englisch) und kann weder den Geruch noch den Lärm dieses Eingangsbereiches brauchen. War kein Problem, ich bekam ein Zimmer im dritten Stock, musste mein ganzes Gepäck nach oben wuchten und kam dort völlig schweißgebadet, weil nichts gegessen und immer noch Rumoren im Bauch an. Was soll ich sagen? Viel besser. Direkter Zugang zur Dachterrasse, auf dieser ein großer Amazonas-Papagei, 2 Pfauen, eine Schildkröte und eine arme Katze leben, die immer jammern muss. Nix wie ab ins Bett, dachte ich. Das Bad habe ich erst mal mit meinen feuchten Tüchern nachdesinfiziert… und die Cleaninglady, die grade auf der Dachterrasse zugange war, gebeten, den Staub im Zimmer zu entfernen. Denn es fanden wohl vorher auch Schleifarbeiten auf der Dachterrasse statt und da die Fenster offenstanden… Naja, als alles geregelt war, bin ich ich doch  noch raus, um mir eine Suppe zu gönnen und Wasser einzukaufen und Kekse für morgen, denn es war unklar, ob die Geschäfte oder Cafés um 06:00 Uhr morgens offen sind.
Über die französische Familie mit 3 kleinen Kindern, die dann eine Stunde, nachdem ich ins Bett bin um ca 16:00 Uhr, bis ca 18:30 auf der Dachterrasse fröhlich war, möchte ich mich jetzt nicht auslassen.

Um 05:00 Uhr klingelte mein Wecker. Duschen, packen, los. Rucksack auf und 3 Stockwerke runter, 400m bis zur Zugstation, kein Problem. Tabletten, Kohlekompretten (Danke für den Tipp, Gegga), Kekse, Cola und Schlaf haben mich wieder in eine reisefähige Form gebracht. Ich hoffte, dass es auf dem Zug etwas zu essen gibt, denn einkaufen konnte ich mir nichts mehr.

… Fortsetzung folgt….