TAG 12 – Huancayo – Lima… Rückfahrt

Es hoppelt und wackelt, der Kopf fliegt hin und her, der Mageninhalt wird nochmal durchgerührt. Aber es ist ein Traum. 
Es ist mir ein Rätsel, warum so viele Leute hier im Zug schlafen, wenn man solch unglaubliche Ausblicke haben kann. Wir sind jetzt 2,5 h (mittlerweile schon 3,5) unterwegs, davon haben die meisten Leute bis auf das Frühstück fast alles verpennt. Ich kann nur die ganze Zeit rausschauen und jede einzelne Minute genießen. 
Ich bin so dankbar, daß ich diese Reise machen kann, egal, wie lange sie dauert und wohin sie mich noch führt. Für meine Ziele Bolivien und Chile gibt es im Augenblick ja weniger gute Neuigkeiten. Ich erwäge, auch aus Sicherheitsaspekten, Bolivien auszulassen. Die Sicherheitshinweise der Botschaften sind sehr eindringlich. Und wenn es auch nicht so aussieht: ich bin ein Schisser und gehe keine unnötigen Risiken ein. Aus dem Alter bin ich jetzt raus. Es ist sicher auch schön, nach Bolivien nochmal separat zu reisen. Aber noch ist alles offen.
In Huancayo habe ich in einem sehr schönen, über Airbnb gebuchten, Appartement gewohnt. Alles modern, sehr sauber, ein superkomfortables Bett, das ich am liebsten mit nach Hause genommen hätte und ein lieber Gastgeber. Der hat mir nämlich bei der Abreise noch durchgehen lassen, daß ich das Geschirr schmutzig zurücklasse. Denn ganz plötzlich, wie konnte das passieren, stand das gebuchte Taxi vor der Tür, auch noch zur vereinbarten Zeit, und die Deutsche war trotz 1,5 h Vorlauf und am Abend vorgepacktem Rucksack nicht fertig. Ooops…irgendwie geht in der Höhe alles langsamer, außer dem Puls. Der liebe Gerardo hat mir dann auch noch meinen – hier gefühlt 200 kg – schweren Rucksack die steilen Treppen der 4 Stockwerke runtergetragen.
Jetzt müsste ich eigentlich mal den vielen Cocatee loswerden, aber bei der Ruckelei piesel ich mir in die Wanderpömps, wenn ich auch nur einen kleinen Versuch starte… 
Jedenfalls waren da noch Sophia und Miguel aus Lima mit im Taxi, die schon auf der Herfahrt im Zug waren, und in der gleichen Unterkunft gebucht hatten, und ich sie so im vom Zugpersonal organisierten Taxi zum Appartement kennengelernt habe. Ich sag mal, grob mein Alter. Und sprechen sogar Englisch. Sie waren die beiden Tage auf Ausflügen, aber jetzt fahren wir wieder im selben Zug und haben uns für später auf einen Pisco Sour verabredet. Seeeehr nett! 
Ah, technischer Stopp.. ich geh mal kurz in die Keramikabteilung!! Bzw. Edelstahl hier im Zug.
Das war grade megasweet: beim Anstehen vor dem bagno reihte sich eine alte Frau, una abuelita (Großmütterchen), hinter mir ein. Ich mit meiner Hitze stand da kurzärmlig im Poloshirt. Sie: drrrrrrrrrrnofrio??? Sie wollte wissen, ob ich nicht friere, denn alle anderen hier haben Daunenjacken an (wir sind grade auf ca 3750m Höhe, wir müssen ja wieder über den Pass bei 4400). Ich verneinte. Aber scheinbar war sie besorgt und wollte mir das nicht recht glauben, so testete sie kurzerhand mit dem Handrücken an meinem Arm, ob der nicht doch kalt ist. Der war warm, sie war zufrieden. Wie goldich …hab sie aber trotzdem nicht vorgelassen, mich nur beeilt, damit das Mütterchen nicht beim Klopapier pflücken kopfüber ins Klo stürzt, wenn der Zug wieder anfährt. Das hängt nämlich selbst für EuropäerInnen recht weit oben.
In Huancayo selbst bin ich nur wenig raus, dann allerdings hatte ich Glück. Denn es war ja Allerheiligen. Und hier ist man katholisch und nach der Kirche hat man Hunger und geht dann in die Straßenküchen zum Essen. Die Essensstände sind für uns leider tabu, denn abgewaschen wird hinter dem Zelt in 2 Eimern. Vorne gibts Fleisch, Fleisch und Fleisch, Pachamanka – Essen (Fleisch und Patatas) aus dem Erdofen (die gibts scheinbar auch mobil inzwischen) und…??? Genau, Fleisch. Ach ja, und frittierte Forellen. In Huancayo werden Forellen in künstlichen Teichen gezüchtet. Wasser hat es hier ganz wenig, und es regnet auch selten. Also hatte ich gestern auch Ceviche aus Forelle for lunch.. yummiehausen!!! Alles gut vertragen übrigens, die Spagetti Bolognese vom Vortag hat mich kuriert;-). 
Jetzt habe ich 4 Nächte in Lima vor mir. Ich freue mich auf diese Stadt, die doch eigentlich nicht die allerbesten Kritiken für die Metropolen der Welt abräumt. Hier lebt ca 1/3 der Bevölkerung Peru’s. 
Ich muss aber unbedingt in die Cevicheria, in der Tim Mälzer vor einiger Zeit die Aufgabe hatte, die Ceviche des dortigen Chefkochs na chzukochen. Witzigerweise hatten Claire und ich 2 Wochen vor meiner Abreise Kitchen Impossible gesehen, wo Tim vor diese Aufgabe gestellt wurde. Diese Cevicheria muss die beste in ganz Lima sein, berühmt für ihre Leche de Tigre (Cevichesoße).
Dann natürlich Sightseeing, an den Strand, ins Shoppingparadies und mich an den Pool legen. Bin gespannt, wie der aussehen wird. Ich habe über Airbnb ein privates Zimmer mit Bad in einem privaten Haus mit Pool gebucht, in dem auch die Besitzer wohnen. 
Ja solls mit dem Teufel zugehen: es regnet…

Eine Antwort auf „TAG 12 – Huancayo – Lima… Rückfahrt“

  1. See…Spag‘ Bol‘ cures all ailments…why I’m so healthy!!!!
    Lima must be when you sample cuy…They may make spag‘ Bol‘ from it!!! 😋 XXX

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